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„Der Virtual Boy bringt wahres 3D nach Hause“. So oder ähnlich lauteten Nintendos markige Werbesprüche auf diversen Messen und in den Medien. Doch was, wenn das Gerät zwar echtes 3D zu vermitteln mag, aber die verfügbaren Spiele nicht? Doch da wie immer Ausnahmen die Regel bestätigen, wollen wir uns Red Alarm mal etwas genauer ansehen...
„Virtual 3D Shooting Game“ verspricht die Packung und T&E Soft, doch ist da auch etwas wahres dran? Diesmal heißt die Antwort überraschenderweise ja. Nach dem Einschalten, den üblichen automatic pause Einstellungen und einem kratzigen „T&E Soft presents“ Sprachsample, startet die Demo. Diese gibt sich wie das komplette Spiel auch in 3D Wireframe Optik, die stark an Klassiker wie Elite erinnert, und es schafft, auf dem Virtual Boy ein beeindruckendes 3D Gefühl zu vermitteln. Doch widmen wir uns erst einmal dem Game und dem Gameplay selbst. Nach dem Einstellen des Schwierigkeitsgrades und der arg umfangreichen Steuerung gehts ohne große Storys zu erzählen direkt mitten ins Gefecht in Stage 1. Das Gameplay ist simpel, ihr fliegt aus der third Person- oder wahlweise der Cockpitperspektive durch einen Tunnel, ballert fleißig alles ab was auf euch zukommt und stellt euch am Ende eines jeden Levels dem Endgegner. Nichts neues an der Shooterfront also. Aufgrund der Ähnlichkeit des Raumschiffes und der kantigen Grafik erinnert Red Alarm ein wenig an ein Starwing für den Virtual Boy. Überraschend ist dabei, dass nicht nur die Optik ähnlich ist, sondern die gute Spielbarkeit ebenfalls.

Die Steuerung wirkt anfangs zwar etwas überladen, aber binnen kürzester Zeit manövriert ihr sicher durch den rot-schwarzen Kugelhagel. Dafür sorgt nicht nur, dass ihr nach Belieben bremsen und beschleunigen könnt, sondern auch, dass auf dem zweiten Steuerkreuz eine Ausweichfunktion eingebaut wurde, mit der ihr schnell in alle 4 Himmelsrichtungen ausweichen könnt. In späteren Leveln ist diese Technik dabei überlebenswichtig. Auch auf der positiven Seite anzumerken ist, dass mittels eines automatischen Lock-on Systems das Ballern etwas flüssiger von der Hand geht und ihr euren Schuss mittels Power Ups aufleveln könnt. Soweit kann man jetzt schon sagen, dass Red Alarm spielerisch alles richtig macht, was man von einem kurzweiligen 3D Shooter verlangt. Der Schwierigkeitsgrad geht dabei ebenfalls in Ordung und lässt sich einstellen, so dass auch Shooterneulinge das letzte Level zu Gesicht bekommen.

Was Red Alarm aber zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Grafik auf dem Virtual Boy. Bei keinem anderen Game auf Nintendos glücklosem Kind kommt der oftmals angepriesene 3D-Effekt derart gut und plastisch rüber wie bei Red Alarm. Man fühlt sich teilweise selber ins Cockpit gezogen, so schafft es die durchsichtige Wireframe Optik den Spieler zu fesseln. Begünstig wird das Ganze noch dadurch, dass man nicht nur stur geradeaus fliegt, sondern dass sich die Flugwege teils gabeln oder man steil bergauf oder bergab fliegt. So wird der beklemmende Tunneleffekt noch verstärkt. Einzig anzumerken ist, dass der Bildaufbau recht spät erfolgt, was aber der Wireframe Optik zu Gute kommt, ansonsten würden sich alle Linien am Horizont bündeln. Alle 6 Level sind dabei abwechslungsreich gestaltet und laden mit immer neuen Grafikspielereinen wie Wasserfällen im zweiten Level zum Staunen ein. Leider vermag kein Screenshot die Wirkung der Grafik auch nur ansatzweise rüberzubringen, so dass ich jedem empfehlen kann auch mal selbst Hand anzulegen, selbst wenn man mit Shootern nichts am Hut hat.

Musikalisch bietet Red Alarm dabei treibende Kost, die auf Dauer abwechslungsreicher sein könnte, sich aber gut ins actionreiche Geschehen einreiht. Ebenfalls findet man im Game einige nette Sprachsamples vor jedem Level oder zu Beginn des Spiels. Dabei kann der Overkill aus düdelnder, treibender Musik, ständigen Schussgeräuschen und Sirenengeheul bei Schaden an eurem Schiff schon dazu führen, dass ihr den Lautstärkeregler dezent leiser dreht. So bleibt festzuhalten, dass alles zwar zum Thema passt, aber auf Dauer nervig sein kann.

neXGam Fazit

Heiko meint
Red Alarm ist DER Vorzeigetitel für den Virtual Boy! Kurzfristige, aber fesselnde Shooter Action in prächtiger 3D Wireframe Optik, eine tolle Spielbarkeit, einen günstigen Anschaffungspreis und eine gelungene Motivationskurve katapultieren Red Alarm an die Spitze der Virtual Boy Spiele. Wer schon immer mal seinen Freunden und Zweiflern die Fähigkeiten des Virtual Boys zeigen wollte, sollte tunlichst Red Alarm im Modulschacht versenken. Denn auch Shooterhasser werden anerkennen müssen, dass der Virtual Boy aufgrund seines 3D Effektes etwas ganz Besonderes ist. Leider hat T&E Soft dem Spiel keine Speicherbatterie spendiert, so dass eure Highscores nach dem Ausschalten ins ewige Weltall entschwinden, was dem Spielspaß aber keinen Abbruch bringen sollte.

Kai meint
Nach dem 70jährigen Dritten Weltkrieg ist die gesamte Erde ein Trümmerfeld, die kümmerlichen Reste der Menschheit schließen sich zum „Commonwealth of Earth“ zusammen und zerstören sämtliche Waffensysteme des dunklen Zeitalters. Leider macht das Bewusstsein der sogenannten KAOS Waffe den Pazifisten einen Strich durch die Rechnung und tyrannisiert die verbliebenen Städte – zerstört die amoklaufende Kriegsmaschine mit eurem schwerbewaffneten Raumgleiter!
Die pfeilschnelle 3D Grafik besteht aus Vektoren und bietet ein ähnlich plastisches Fluggefühl wie das legendäre Starwing auf SNES. Die Ballerei selbst beeindruckt mit wählbaren Kameraperspektiven und Sprachausgabe und zählt eindeutig zu den Highlights im übersichtlichen Virtual Boy Spieleangebot!