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Wer wollte nicht schon immer mal „Jack the Ripper“ spielen? In Jack Bros habt ihr nun dazu die Gelegenheit. Auch wenn euer Ziel diesmal nicht das Töten historischer, londoner Bordsteinschwalben ist und hier auch sonst Jack Ripper nicht viel mit dem historischen Vorbild gemein hat, so bleibt doch immernoch zu klären, um was es sich in diesem Spiel überhaupt dreht...

Diese Frage ist jedoch relativ schnell geklärt. Jack Bros ähnelt vom Spielprinzip her dem Klassiker Gauntlet. Ihr sammelt in mehreren Stages bzw. Labyrinthen Schlüssel, um den Ausgang des Levels zu öffen um ins nächste Level vorzustoßen. Um nicht den Vorwurf des Plagiats zu unterliegen und um ein wenig mit der Zeit zu gehen, ließ sich Atlus ein paar Kleinigkeiten einfallen um das Spielprinzip etwas aufzupeppen. So sind meist in den Stages kleinere Rätseleinlagen eingebaut, sowie einige Fallen die euch das Leben schwer machen. Nach dem Einschalten des Spiels und betrachten des netten Anime Vorspanns gehts ins Charakterwahlmenü, wo ihr die Wahl zwischen den drei unterschiedlichen Jack Bros habt. Jack Frost schießt mit Eis und hat dadurch die höchste Reichweite, Jack Latern schießt mit langsameren, aber stärkeren Feuerbällen und Jack Ripper hat keine Schusswaffe, sondern nur eine lange Machete mit der er den Gegnern auf den Pelz rückt. Somit hat Jack Ripper so gut wie keine Reichweite, aber macht dafür im Nahkampf einen bleibenden „Eindruck“.

Zudem verfügt jeder Charackter über eine bildschirmfüllende Superwaffe, die je nach gewähltem Charakter die Gegner einfriert, teilweise verletzt, oder komplett tötet. Somit gestaltet sich die Charakterwahl nicht nur aus Sympathie, sondern auch aus taktischen Gründen, denn die Gegner haben unterschiedliche Schwachstellen, die mit den 3 Protagonisten unterschiedlich leicht zu erreichen sind. Der Spielaufbau läuft folgendermaßen ab. Das Spiel besteht aus 6 Leveln, jedes Level ist in unterschiedliche kleinere Abschnitte aufgeteilt, in denen es gilt alle Schlüssel zu sammeln und euch zum Ausgang zu bewegen. Ein kleiner Radar am unteren Bildschirmrand gibt euch dabei die Position der Schlüssel an. Um das ganze etwas schwerer und abwechslungsreicher zu gestalten, sind die Level voller unterschiedlicher Gegner und Fallen die es zu meistern gilt. Da viele der Gegner intelligent handeln, gestaltet sich Jack Bros anspruchsvoller als man zuerst glauben darf. Aufgrund des geringen Umfangs von gerade mal 6 Leveln, an deren Ende jeweils ein dicker Obermotz auf euch wartet, sehen geübte Spieler trotzdem schnell den Abspann.

Für alle weniger versierten Spieler wurde ein Passwortsystem integriert, dass euch jederzeit wieder einsteigen lässt. Die Steuerung gestaltet sich simpel und intuitiv und ist perfekt auf den Virtual Boy zugeschnitten. Mit dem linken Steuerkreuz bewegt ihr eure Spielfigur durch das Labyrinth, mit dem rechten Steuerkreuz schießt ihr unabhängig von eurer Laufrichtung in alle Richtungen, was die Effektivität eurer Feindbekämpfung positiv beeinflussen sollte. Grafisch gibt sich Jack Bros auch durchweg positiv. Das Geschehen wird in einer halbschrägen Vogelperspektive gezeigt und weiß besonders aufgrund seiner großen Sprites zu gefallen. Der 3D Effekt des Spiels ist dabei nett und dezent plaziert, alles wirkt irgendwie plastisch. Trotzdem sollte man hier keine 3D Qualität à la Red Alarm erwarten. Musikalisch geht es bei Jack Bros fröhlich und abwechselungsreich zu. Jedes Level hat seinen eigenen Soundtrack, der zum mitsummen einlädt und richtige Ohrwurmqualitäten aufweisen kann. Generell würde ich behaupten, dass Jack Bros den besten Soundtrack aller Virtual Boy Spiele hat, was aufgrund mangelnder Konkurrenz dem Spiel auch nicht schwer gefallen sein dürfte.

neXGam Fazit

Heiko meint
Es fällt mir schwer, mich hier objektiv zu äußern, denn Jack Bros ist aufgrund seines Charmes und seines tollen Soundtracks mein Lieblings Virtual Boy Spiel. Leute die gerne Plattform Games im Gauntlet Stil spielen und mal wieder etwas spielerisch gehaltvolleres in ihrem Virtual Boy Schacht haben wollen, denen sei Jack Bros wärmstens empfohlen. Leider ist das Spiel recht teuer, aber die üblichen 60€ für die Japan Version ist es schon wert. Lustiges Gimmik ist übrigens, dass Jack Ripper nur in der Japan Version so heißt. In der ultrateuren US Version wurde sein Name in „Jack Skelton“ entschärft. Wer zudem gerne die Story verstehen würde, der müsste zur US Version greifen. Diese würde komplett aber mit mindestens 100€ zu Buche schlagen...

Kai meint
Mit Jack Bros. kam der Virtual Boy zu einem waschechten 3D Action-Adventure. Eure Aufgabe - Sammelt in weitläufigen Hallen und Räumen alle Schlüssel ein um den versteckten Zugang zum nächsten Level zu öffnen. Dabei machen euch zähe Gegner und ein harsches Timelimit das Leben schwer. Alte Veteranen fühlen sich fast etwas an den Klassiker Gauntlet zurückerinnert. Erwähnenswert ist auch noch der crispe Anime Vorspann des Moduls, der die technischen Möglichkeiten des Virtual Boys aufzeigt. Kann man sich holen, muß man aber nicht.