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Macht man beim Virtual Boy öfter Witze über die rot-schwarze Farbgebung, so bleibt man auch bei Golf für den Virtual Boy nicht vor spöttischen Sprüchen verschont. Dass das „Green“ hier nicht ganz seinem Namen gerecht wird, dürfte wohl klar sein. Doch taugt ein Golfspiel auf rotem Rasen trotzdem was? Wir trauten uns zum roten Tee Off...

In der Japan Version heißt Golf im übrigen T&E Virtual Golf und stammt aus der in Japan sehr populären T&E Golf Serie, von der es auch mehrere Ableger auf der 3DO Konsole gab. Und da T&E Soft schon mit Red Alarm voll überzeugen konnten, kann ja bei Golf nicht viel schief gehen. Also Modul rein und los gehts. Nach den üblichen Fokus Einstellungen landet ihr im Titelbild. Im Hauptmenü angelangt, hat man die Wahl zwischen einem kurzen Strokes Play und einem kompletten Turnier. Leider kann man Golf nur alleine spielen, so dass ihr einsam eure Bälle schlagen müsst. Zudem bietet Golf nur einen Kurs mit 18 Löchern, so dass ihr schnell alles zu Gesicht bekommen habt, dafür speichert das Spiel eure Spielerstatistiken allerdings und ihr könnt jederzeit ein Turnier weiterspielen.

Anschließend noch schnell ein Spielerprofil angelegt und es kann losgehen. Auf dem Platz angelangt fällt euch sofort die ordentliche 3D Grafik auf. Am Abschlag stellt ihr dann in einem Ringmenü nacheinander die Richtung eures Schlages, den Schläger und die Fußstellung ein. Dazu ist anzumerken, dass meist schon die optimalen Einstellungen gewählt wurden, so dass Anfänger keine Angst haben müssen eventuell den falschen Schläger eingestellt zu haben. Der Abschlag läuft dann wie bei vielen Golfspielen nach dem 3-Klick Prinzip. Der erste Klick startet den Schwungbalken, der zweite Klick stoppt die Stärke des Schlages und der dritte Klick stoppt den Schlagpunkt des Balles. So kann man dem Ball einen links-, rechts-, back-, oder forward Spin verpassen. Dabei fällt auf, dass T&E Golf beim Spin ziemlich gnadenlos ist. Bereits ein kleiner Verzieher kann dafür sorgen, dass euer Ball im nächsten Bunker landet. Der Wind tut dazu noch sein übriges und sollte tunlichst einkalkuliert werden. Hier ist also äußerste Präzision gefragt. Beim Putten hilft euch ein auf das Green projeziertes Gitter bei der Orientierung und warnt euch vor Unebenheiten.

Grafisch bietet Golf auf dem Virtual Boy ordentliche Kost. Ein wirkliches Scrolling ist leider nicht vorhanden, so dass das Bild bei Kurskorrektur nur ein Standbild nach dem nächsten zeigt. Das Spielfeld besteht aus Polygonen, die durch Sprites ergänzt werden. So kann es schonmal komisch aussehen, wenn euer Spriteball über Polygonrasen rollt. Die Kontraste sind trotz rot-schwarz Optik gut gelungen, auch wenn ein komplett roter Golfplatz etwas seltsam anmutet. Abwechslung im Kursdesign sucht man jedoch leider vergebens. Soundmäßig ist Golf mit dem typischen Virtual Boy Soundproblem konfrontiert. Ein Standardtrack düdelt das gesamte Spiel über im Hintergrund, die Soundeffekte hören sich äußerst schwach an. Ein Schlag erinnert eher daran, dass jemand neben euch einen Stock zerbricht, als an einen Abschlag.

neXGam Fazit

Heiko meint
Leider bleibt bei T&E Golf nicht viel anderes zu schreiben, als diese mickrigen paar Absätze. Golf auf dem Virtual Boy ist in allen Belangen eine Sparpackung. Nur ein Kurs, kein Multiplayer, kein Tutorial, keine grafische Abwechslung und eine eintönige Sounduntermalung. Was bleibt ist eine solide Golfsimulation für Einzelkämpfer, die keinen besonderen Wert auf Umfang und Abwechslung legen. Versteht mich nicht falsch, es spielt sich gut und anspruchsvoll, nur ist es einfach zu wenig fürs Geld. Golffreunde mit Virtual Boy schlagen aufgrund des günstigen Anschaffungskurses zu, alle anderen golfen in Zukunft weiter besser auf grünem Rasen...