Nicht eingeloggt.
Passwort vergessen?
Im August 2006 begann Richard Hutchinson, der zuvor andere geniale Hardware wie den VecFlash, ein Vectrex Flashmodul, geschaffen hatte, mit der Arbeit an einem Virtual Boy Flashmodul basierend auf seinen Vectrex-Arbeiten. Nun, nach über einem Jahr in der Entwicklung, ist der FlashBoy, das erste käuflich zu erwerbende Flashmodul für den VB, endlich fertig. Hier vor mir auf dem Schreibtisch liegt ein Prototyp für diesen Test, der jedoch die selben Spezifikationen hat wie die finale Version.

Es handelt sich um ein mit einem Mini-USB Port ausgestattetes Virtual Boy Spielmodul mit 16 MBit (2 MByte) Flash-Speicher, auf dem immer genau ein Spiel gespeichert werden kann. Um ein Spiel auf den FlashBoy zu laden, wird dieser mittels eines Mini-USB Kabels mit dem PC verbunden, und das Spiel mit der beiliegenden Loader Software auf die Karte geladen.

Zum Flashen müssen Spiele auf 16 MBit gepadded werden um den kompletten Chip auszufüllen. DogP hat hierfür eigens ein sehr nettes Programm geschrieben, das das ganze automatisch in Sekunden erledigt. Dafür muss nur das zu paddende ROM auf das Programm gezogen werden, dies ist auch mit mehreren ROMs gleichzeitig möglich. Gepaddete ROMs laden etwas schneller als im Original 16 MBit große, da durch den Padder eingefügte FFs (leere Writes) beim Schhreiben auf den Chip übersprungen werden. Der Padder könnte möglicherweise in einer zukünftigen Version direkt in den Loader integriert werden.

Zum Testen habe ich eine Menge Virtual Boy ROMs nacheinander auf den FlashBoy kopiert. Dafür wird jedesmal zunächst der Inhalt des Chips gelöscht, was etwa 7 Sekunden dauert, danach das ROMs geladen und verifiziert. Die Ladezeiten unterscheiden sich leicht von Spiel zu Spiel, jedoch bewegen sich alle in etwa um folgende Werte:
16 MBit: 140 Sekunden
8 MBit: 120 Sekunden
4 MBit: 100 Sekunden
Homebrew: 80 Sekunden
Bei keinem der Versuche gab es irgendeinen Fehler beim Schreiben, alles lief perfekt.

Nach all dem Lob, gibt es überhaupt irgendeinen Kritikpunkt am FlashBoy? Gibt es, denn er kommt ohne Speicherbatterie für Spielstände daher. So sind Spiele wie Galactic Pinball oder besonders VB Wario Land zwar spielbar, aber nicht vollem Umfang nutzbar. Zudem müssen Heimentwickler, die für ihr Projekt Spielstände anlegen wollen, weiter auf Eigenbaulösungen zurückgreifen. Der Grund für die Abwesenheit der Speicherbatterie ist einfach, das PCB-Design wäre zu kompliziert und zu teuer geworden. Man muss bedenken, das Spielstände auch auf dem PC zwischengespeichert und wieder auf das Modul geschrieben wollen würden. Schade, aber eigentlich das einzig Negative an einem sonst grandiosen Produkt. Ausserdem gibt es eh nur sehr sehr wenige Spiele, die eine Speicherbatterie benötigen.

Mit dem ebenfalls baldigen Release der vbJAEngine dürfte die VB Heimentwicklerszene bald aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen, schließlich ist es nun endlich für jedermann möglich, einfach und schnell eigenen Code auf originaler Hardware zu testen. Was absolut notwendig ist, da Emulatoren zu weit davon weg sind und der 3D-Effekt nur auf dem VB richtig zur Geltung kommt.

Fazit:
Der FlashBoy ist ein sehr einfacher, schneller und kostengünstiger Weg, eure Homebrew- Projekte auf der originalen Hardware zu testen. Ausserdem könnt ihr alle euren originalen Spiele in ihren Kartons verstauen, zum Spielen braucht ihr nur noch deren ROMs und den FlashBoy. Oder wie wäre es mit all den superraren Spielen, die man sich sonst eh nie leisten könnte? Groovy! :D


Autor: KR155E
24.09.2007