Test
KAOS wurde heruntergefahren und alle anderen Waffensysteme vernichtet. Die Lage entspannte sich und sämtliche Waffen wurden in Rekordzeit demontiert. Was jedoch niemand zu sehen vermochte war, dass KAOS zu einem empfindenden Wesen geworden war, das nur ein Ziel hatte: zu überleben! Es schaltete alle äußeren Zeichen von Aktivität aus, und begann im Geheimen mit der Schaffung einer massiven Armee von Waffen und brutalen Kreaturen.
Ohne Vorwarnung entsandte KAOS seine Armeen auf die Erde, um seinen neu gefundenen Feind zu zerstören, die gesamte Menschheit! Die einzige auf der Erde verbleibende Waffe war ein einzelner Tech-Wing Fighter!!
Deine Aufgabe, solltest du sie annehmen, besteht darin, mit dem Tech-Wing Fighter in das innere von KAOS zu fliegen und es von innen heraus zu zerstören! Das Schicksal der Menschheit liegt in deinen Händen!!
Alarmstufe Rot!! Dies ist Red Alarm!!!
Soweit die Story von Red Alarm aus der schön gestalteten Spielanleitung, die für das Spielgeschehen aber zugegebenermaßen recht belanglos ist, denn die Levels sind lose aneinandergereiht, irgendwelche Storyentwicklungen gibt es nicht. Aber wer braucht schon eine ausgefeilte Story bei einem Shooter, hier geht es um die Action...
Nach dem Einschalten des Virtual Boys geht es nach den üblichen Einstellungen wie IPD, Focus und Automatischer Pause und einem stimmungsvollen Intro, das euren Tech-Wing beim Start von seiner Heimatbasis zeigt, sogleich ins recht schlichte Hauptmenü. In diesem können noch einige Einstellungen vorgenommen werden, bevor man sich in die Action stürzt. So hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Controller-Konfigurationen und drei Schwierigkeitsgraden und kann zudem Helligkeit und Tiefe der Grafik einstellen. Nach der Wahl des Menüpunktes "Start" geht es mit einem Sprachsample ("Here we go!") und einer kleinen Kamerafahrt auch gleich mit dem ersten der insgesamt 6 großen Level los.
Hier fällt sogleich das wohl markanteste Merkmal von Red Alarm ins Auge: die ungewöhnliche Grafik, denn das Spiel präsentiert sich komplett in Wire-Frame Optik! Irgendwelche Flächen oder gar Texturen sucht ihr vergeblich, sämtliche Objekte bestehen nur aus roten Strichen und sind naturgemäß durchsichtig. Zudem ist die Sichtweite arg beschränkt, weiter als etwa 6 Schiffslängen kann man kaum in den Level hineinblicken, was allerdings verständlich ist, da bei sehr hoher Sichtweite all die vielen Striche wohl zu einem undurchsichtigen roten Brei verschwimmen würden. So fällt lediglich das grobe Hineinploppen derselbigen unangenehm auf, sanftes Hineinfaden wäre deutlich ansehnlicher gewesen. So kontrovers das eigentümliche Grafikkonzept von Red Alarm auch sein mag - die einen mögen sie lieben, den anderen mags absolut nicht gefallen - so weiß es mit seiner ganz eigenen Note in meinen Augen absolut zu gefallen und mit einem grandiosen 3D-Effekt zu faszinieren.
Schon nach wenigen Metern werdet ihr von den ersten Gegnern attackiert und ihr seid mitten drin in der Action, die euch über die gesamte Spieldauer kaum zur Ruhe kommen lässt. Ständig fliegen euch Projektile und Raketen um die Ohren und feindliche Flieger, Mechs oder automatische Abwehranlagen wollen euch den garausmachen. Dabei müsst ihr nicht nur auf eure Schildenergie achten, die sich bei jeden eingesteckten Treffer reduziert, sondern ihr habt in jedem Level auch nur eine begrenzte Menge an Treibstoff zur Verfügung, Trödeln wird also spätestens dann bestraft, wenn ihr mit leerem Tank explodiert und der Game Over Bildschirm erscheint. Mittels Power-Ups, die nach dem Zerstören bestimmter Gegner erscheinen, lassen sich z.B. die Anzahl der gleichzeitig abfeuerbaren Zielsuchende Raketen erhöhen, Turbos zünden oder eure Schilde reparieren. Die insgesamt 5 großen Levels sind in zwei Abschnitte unterteilt, nach einem langen, verwinkelten Korridor wartet ein Bosskampf in einem seperaten Areal auf euch, der sechste Level besteht schließlich nur noch aus einem solchen Areal, in dem der Endboss auf euch wartet.
Glücklicherweise könnt ihr bei alledem auf eine gelungene Steuerung zurückgreifen. Diese präsentiert sich komplex aber äußerst intuitiv. Während ihr mit dem linken Steuerkreuz euren Tech-Wing nach links und rechts sowie nach oben und unten dirigiert, könnt ihr mit dem rechten Steuerkreuz äußerst praktische, ruckartige Ausweichmanöver nach oben, unten, links oder rechts ausführen. Haltet ihr den L Trigger gedrückt, während ihr mit dem linken Pad den Tech-Wing steuert, lassen sich zudem schnellere Manöver, und damit verbunden ein kleinerer Wendekreis erzielen. Beschleunigt und gebremst wird mit dem A bzw. B Knopf, dabei stehen euch neben dem kompletten Stillstand 2 verschiedene Beschleunigungsstufen sowie ein Rückwärtsgang und ein Turbomodus zu Verfügung, den ihr aber nur aktivieren könnt, wenn ihr im Besitz eines entsprechenden Items seid. Über die Select Taste hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Kameraperspektiven: Die Standardsicht, die ein gutes Stück hinter dem Tech-Wing platziert ist, eine direkt hinter eurem Flieger, eine Cockpitperspektive sowie etwas nach rechts oben versetzte. Zu guter letzt mit dem R Trigger der wohl wichtigste Knopf, mit dem ihr eure Bordkanone betätigt. Zudem kann man durch schnelles Drücken Zielsuchende Raketen auf anvisierte Gegner abfeuern.
Nach jedem Level (oder dem Ableben) kann man diesen dann noch einmal komplett in einem Replay bestaunen. Während ihr die gesamte Action noch einmal revue passieren lasst, habt ihr unter anderem die Möglichkeit, die Kamera frei um eurem Tech-Wing herum zu drehen, zu zoomen, das Bild zu drehen oder das ganze Geschehen schneller oder in Slow Motion ablaufen zu lassen!
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Detailverliebtheit der Entwickler, so wuseln zum Beispiel viele kleine Menschen in einem Mechhangar um die großen Kampfroboter umher und fliehen vor euch wenn ihr über sie fliegt oder man kann auf dem Boden landen und kleine Ständer ähnlich dem des Virtual Boy fahren an der Unterseite des Schiffes heraus. Das Spiel strotz nur so vor sogenannten Eastereggs, kleinen versteckten Gimmicks am Rande, die meist erst sichtbar werden, wenn ihr eine bestimmte Stelle in einem Level beschießt. So stoßen eifrige Sucher unter anderem auf eine Känguruhfamilie, die, tötet ihr die Mutter, aus vollen Rohren das Feuer auf euch eröffnet, einen Wire-Frame Virtual Boy oder ein kleines Haus samt Inneneinrichtung und kleinen Menschen!
Auch der Sound weiß vollends zu gefallen. Ein treibender Soundtrack unterstreicht die Action, hinzu kommen Explosionen und Schussgeräusche, viele kleine Sprachsamples wie "Here we go!", "Good Luck!" oder "T&E Soft presents" und weiteres wie z.B. eine Warnsirene, bei sich dem zuneige gehendem Sprit zu Wort meldet.
Was allerdings etwas negativ aufstößt ist die fehlende Speicherfunktion sowie der etwas zu geringe Umfang. Die Level sind zwar ganz und gar nicht zu klein geraten, aber nachdem man nach etwa 2 Stunden alle 6 Level durchgespielt und KAOS in die ewigen Jagdgründe geschickt hat, hat man auch schon alles gesehen und es bleiben höchstens noch die übrigen Schwierigkeitsgrade, oder die Jagd nach Highscores. Aufgrund der fehlenden Speicherfunktion ist dies aber auch nur mäßig motivierend. Eine Galerie mit den gefunden Eastereggs, eine Highscoreliste oder irgendwelche freispielbaren Extras hätten hier sicher Abhilfe schaffen können.
Aber lasst euch davon nicht abschrecken, denn bis ihr Red Alarm durchgespielt habt, erwartet euch beste, äußerst unterhaltsame Balleraction. Die unverkennbaren Qualitäten des T&E Soft Titels und der relativ geringe Anschaffungspreis lassen nur ein Fazit zu: Pflichtkauf!
Fazit:
Red Alarm ist eines der Spiele, die in keiner Virtual Boy Sammlung fehlen sollten. Die ausgefeilte Spielmechanik, die packende Soundkulisse und nicht zuletzt das berauschende 3D-Erlebnis machen den T&E Soft Shooter zu einem Ausnahmetitel. Einzig die fehlende Langzeitmotivation hinterlässt einen Wermutstropfen...
Autor: KR155E
Wertung:
Grafik:![]() |
Sound:![]() |
Spielspaß:![]() |
3-D Effekt:![]() |
Kontrollen:![]() |
Langzeitmotivation:![]() |
Gesamt (kein Durchschnitt):![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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Zweite Meinung:
Was soll ich dem noch groß hinzufügen? Kaufen bevor es zu spät ist! Meiner Meinung nach kommt bei diesem Spiel der 3D Effekt am besten zur Geltung. Auch wenn die fehlende Speicherfunktion etwas auf den Spielspass drückt, ist es von der technischen Seite her das stärkste VB Game überhaupt. Mehr als gut gelungen. Meine ganz persönliche Nummer 1 ;)
DrAetzn







Red Alarm Virtual 3D Shooting Game (レッドアラーム)
Red Alarm

